Achtung: Inzwischen gibt es von Arnold Hübsch eine perfekte Tauschplatine für alle Roco V100/211/212/2043: AMW Tauschplatine "V100 West" mit LED-Bestückung - damit lohnt sich m. E. meine Mühe nicht mehr.

Wem es aber Spaß macht, die Herausforderung zu bestehen, mag hier weiterlesen.

Die Roco V100.10 gelangte am Erstauslieferungstag im Jahr 1990 in meinen Besitz. Damals plante ich noch keine Digitalisierung, denn ein Endbahnhof einer einspurigen Nebenbahn erfordert ja keinen steuertechnsichen Aufwand. Doch heute ist die Sichtweise eine andere und nun musste auch dieses Modell daran glauben.

Im Netz hatte ich 3 Beispiele gefunden, die zu ihrer Zeit sicher eine angemessene Maßnahme waren. Doch heute sind die Dekoder kleiner und ich wollte möglichst Eingriffe am Aufbau und am Führerstand vermeiden. Da das Schlusslicht getrennt schaltbar sein sollte, benötigte ich einen Dekoder mit 2 Funktionsausgängen, die richtungsabhängig über nur eine Funktionstaste schaltbar sein sollten. Nach Möglichkeit sollte die Platine weiterverwendet werden.

 

Die Idee war, den Dekoder genau unter der abnehmbaren Abdeckung auf dem Vorbau zu platzieren. Dort saßen aber die beiden Leuchtmittel. Da ich ohnehin auf LED umstellen wollte,haben sie nicht mehr gestört. Der Platz schien mir ideal für ein herumliegendes Einzelstück, das beim FLEISCHMANN-Rundmotor enttäuscht hatte - der ZIMO MX61/2000.

Also wurde der Steg unter der Abdeckung nach deren Entfernung abgeknipst und die zukünftige Lage des Dekoders mit einem (nicht elektrisch leitende Farbe abgebenden!) Stift markiert. Die Lampenhalterungen auf beiden Seiten wurden durch Aufbohren der Niete entfernt. Zwei Leiterbahnen wurden getrennt, am Motor wurde die nicht isolierte Schleifkohlenschraube durch Austausch des O-Rings mit etwas Plastikmaterial isoliert.

Die LED nebst gemeinsamem 1K Ohm-Vorwiderstand an der Anode wurden auf beiden Seiten in der Lage angebracht, die auf der Seite des kurzen Vorbaus ohnehin bereits von Roco vorgegeben war.Zur Lichtabdeckung wurden sie bis auf die Austrittsfläche schwarz lackiert.

Der Dekoder wird entsprechend angelötet und getestet. Die Lichtleiter des langen Vorbaus werden auf das Maß der anderen Seite gebracht, die Enden mit Handy-Politur poliert und wieder eingesetzt. Der ausgetrennte Steg wird um 1mm in der Höhe gekürzt, passend abgelängt und in den langen Vorbau wieder eingeklebt. Alternativ kann man auch als Ersatzteil verfügbare Lichtleiter des kurzen Vorbaus verwenden.

Der Dekoder wird nun durch passendes Ablängen jedes Kabels so eingepasst, dass nur wenig Kabellänge zur Handhabung bleibt, denn unter der Führerstandseinrichtung ist kein Platz. Wieder wird getestet, ob alle Funktionen einwandfrei geschaltet werden.

Dann kann der Aufbau aufgesetzt werden und die Dekoderparameter programmiert werden. CV127/128 werden so gesetzt, dass AUX3 und AUX4 jeweils richtungsabhängig schalten und auf Taste F1 gemappt. Da die V100 auch gut rangieren soll, habe ich ihr noch entsprechende Einstellungen auf F7 verpasst und auch das Licht etwas gedimmt. Bei der Konfiguration der CV haben mir einige User der Newsgroup de.rec.modell.bahn sehr geholfen, da die "Anleitung" von ZIMO nicht wirklich hilfreich ist.

Jetzt erhält die Lok noch Weinert-RP25/2mm-Räder und Betriebsverschmutzung, wie sie auch bei einer gepflegten, jungen Lok unvermeidlich sind. Dann darf sie die 86 gelegentlich vertreten...

(Fotos folgen)

   
© Will Berghoff 2013