Wie war das noch, früher kurz vor Weihnachten?

Die Spielwaren- und Modellbahnläden hatten Anlagen aufgebaut. Die Hobbyfreunde erwarteten rechtzeitig vor dem Fest die wichtigsten Jahresneuheiten ihrer bevorzugten Hersteller im Geschäft kaufen zu können.

Und heute? Wichtige Neuheiten erwarten wir im Februar eines der nächsten Jahre - veilleicht. Manches dümpelt, wie man hört, auf Hanjin-Pleite-Schiffen "vor Madagaskar".

Und wie sieht es im Laden aus?

Antwort 1 ist eine Frage: "Welcher Laden?" - Und findet man einen, ist er ohne Ware, wie ich zuletzt in einer nordwestdeutschen Großstadt mit bahntechnischer Universität erkennen musste. Sogar ein Händler der "Wilden 13" - das sind die, die früher interessante Sonderserien auflegen ließen und heute Modelle teuer in vorsätzlich gewählten Phantasiefarben fertigen lassen - hatte bis auf den Märklin-Shop-im-Shop gähnend leere Regale. Ob dies individualwirtschaftliche Gründe hatte oder Lieferschwierigkeiten, gepaart mit starker Nachfrage, konnte ich nicht herausfinden, denn der Händler wurde extrem ausfällig - dagegen war seinerzeit Herr Stein in Düsseldorf ein Mönch. Der wird also dem Hobby auch nicht mehr auf die Beine helfen. Jedenfalls habe ich jetzt das "Wilde" an der "13" erlebt - nicht so nett wie 12 Originale aus Augsburg. Vielleicht hatte er aber auch nur vergessen, seinen Blutdrucksenker rechtzeitig einzunehmen.

Vielleicht habe ich aber die Eingangsfrage falsch gestellt:

Wird es zum Weihnachtsfest 2017 noch Modellbahnweihnachten geben?

   
© Will Berghoff 2013