Liliput-Bachmann H0: DB-Halbspeisewagen ABR4üe-29/52

Verbesserungen am Modell

Liliput-Bachmann ABR4üe29/52 für Grossfoto bitte klicken
verbessertes Modell Stand 2013

Zurüstanleitung (PDF)

Modellkritik

Fahrzeugeinsatz

Liliput-Bachmann hat mit dem Modell L384511 eine Nachbildung des ABR4üe-29/53 "11 407 Han" auf der Basis des seit fast 45 Jahren erhältlichen ABC4ü-28 im Angebot. Das Modell trifft das Vorbild bei oberflächlicher Betrachtung recht gut, die Beschriftung und Detaillierung enthält meiner Meinung nach jedoch eine Reihe von Ungereimtheiten in der Farbwahl und Beschilderungsart. Insgeamt lohnt es meiner Meinung nach nicht, das Modell mit grossem Aufwand in ein Supermodell zu verwandeln. Alfred Fordon hat in der MIBA Ausgabe 01/2005 ebenfalls einen Umbauvorschlag gemacht. Ich beschränke mich darauf, mit vertretbarem Aufwand die gröbsten Fehler zu korrigieren.

Zudem liefere ich hier meine Gebrauchsanleitung mit, die der Hersteller im Karton wohl grundsätzlich vergessen hat.
(Eine Haftung für Richtigkeit und Vollständigkeit wird nicht übernommen)

Nun die Verbesserungen am Modell:

  • Das Dach ist vom Sitzwagen unverändert übernommen, alle Küchenentlüftungseinrichtungen fehlen deshalb. Über dem Küchenbereich sollten keine Lüfter auf der Gangseite angebracht sein, sonder die Esse. Der erste Lüfter über dem Küchenbereicht gehört auf die gegenüberliegende Wagen seite, der zweite Lüfter entfällt ersatzlos.
    Die Esse kann als T-Rohr problemlos aus einem alten Vollmer-Brückengeländer hergestellt werden. Besser sind natürlich die Messinggussessen von Christoph von Neumann. Die Lüfter lassen sich leicht durch Herausdrücken entfernen. Ich habe das Dach anschliessen mit Tamiya-Putty gespachtelt und mit Oesling-Weissaluminium lackiert. Leider habe ich übersehen, dass diese Farbe im Gegensatz zu den anderen Oesling-Farben nicht wasserverdünnbar ist. Beim Lackieren wurde der Spachtel angegriffen und man sieht jetzt die Löcher. Die überflüssigen Dachlaufbretter wurden entfernt
    Dachansicht Küchenbereich

  • Zum Schutz der Rangierarbeiter auf elektrisch betriebenen Strecken wurden die Oberwagenlaternenhalter etwa 1954 nach unten verlegt. Roco liefert passende Halter im Aufrüstbeutel zu den Eilzugwagen der E30-Bauart. Die Leitern wurden entfernt. Auch die Leitern unter dem Wagenboden sind überflüssig und müssen nicht angebracht werden.

  • Das Schild "Speiseraum" ist zu groß und völlig falsch gefärbt - die Schrift war gelb, der Hintergrund rot. Zudem war es ein an der Wagenseite wie ein Zuglaufschild aufgehängtes Blechschild - hier ist es leider nur aufgedruckt, Niete des Wagenkastens sind deshalb in der Fläche des Schildes zu sehen. Weinert liefert die passenden (kleineren!) Schilder für Halbspeisewagen unter der Bestell-Nummer 9112. Die Schilder von Kreye sind 400% zu groß. In Miba 1/2005 werden passende Ausschneideschilder abgedruckt. Die Klassenziffer am Küchenende wurde entfernt. Das DSG-Logo ist ebenfalls zu groß, ich habe bei Herrn Beckert passende Messingätzteile fertigen lassen..
    Liliput-Bachmann ABR4üe neue Schilder

  • Die Wagenklassenziffer "2" sitzt fälschlicherweise höhenmittig. Da der Wagen ein AB ist und die "1" im Inlandsverkehr grundsätzlich durch eine am Modell nicht nachgebildete Klappe abgedeckt wird, sollte diese "2" so tief sitzen, dass darüber die "1" angenommen werden könnte. Man kann natürlich die Klappe auch physisch nachbilden.


  • Farbbehandlung der Inneneinrichtung:
    Die vorbildgerecht ovalen Tische sollten weiss gedeckt sein - man legte früher grossen Wert auf eine gute Präsentation auch bei leerem Speisewagen. Mattes Weiss und evtl. die Zugabe einer einzelnen Lage eines Papiertaschentuches lösen dieses Problem.Die Stühle im Speiseraum haben im Modell leider keine Rückenlehnen. Man kann diese z.B. aus etwas dickeren Strohhalmen als Segment herausschneiden und färben.
    Die Kücheneinrichtung war sehr hell cremefarben.
    Tischlampen hatten die Halbspeisewagen der 50er Jahre nicht - die Lampen waren an den Seitenwänden in halber Fensterhöhe zwischen den Fenstern angebracht. Insoweit fehlen sie am Modell nicht.

    Auch die weitere Inneinrichtung der Abteile ist spartanisch und gewinnt durch Einfärbung. Die Wände wurden dunkelbraunen eingefärbt. Zudem fehlen die seitlichen Ohrenstützen an den Sitzen und die weissen 1.-Klasse-Decken in Kopfhöhe. Dies wurde aus 0,3mm-Polistyrolbändern (2mm hoch) nachgebildet.
    Die Sitzpolster waren in einem mittleren Tannengrün (Revell 67) ausgeführt.



  • wer möchte, kann noch die fehlenden Bremssteller anbringen und die Wagenenden mit den üblichen Anschlüssen aufrüsten.
  • Die zu langen Kupplungsabstände kann man ändern, indem man die Kupplungsaufnahme bis an die Vorderkante der Pufferbohle kürzt und hinten durch Aufstecken der RiBu-Distanzplättchen auf den eingesteckten Kupplungskopf auffüttert.
  • Weitere Aggregate müssen nicht am Unterboden angebracht werden, da in Ep. IIIa die Küchen noch keine wesentlichen zusätzlichen Energieverbraucher enthielten. Der Herd wurde mit Köhle befeuert, die Kühlschränke waren noch nicht elektrisch, sondern Wärmeschutzschränke ohne Energiezufuhr.

 

Fotos zu diesem Fahrzeug: Will Berghoff

Text erstellt ünd veröffentlicht:18.12.2004

Die Verwendung und der Nachdruck (auch auszugsweise) der hier im Freundeskreis gemachten privaten Meinung für gewerbliche/journalistische Zwecke ist ohne meine Zustimmung ebenso untersagt wie die Bezugnahme darauf. Dies gilt auch für die Verwendung auf Webseiten der Fachpresse und auch dort in deren "Foren". Die Ermittlung der Vorbild/Modell-Vergleiche erfolgte ohne Haftung nach bestem Wissen und Gewissen, Irrtum kann aber ebensowenig ausgeschlossen werden wie die Nicht-Berücksichtigung einer denkbaren Serienstreuung. Jeder Interessent ist gehalten, sich selbst vom Standard des Modells zu überzeugen, da abweichende Meinungen dazu durchaus denkbar sind.

Änderungen/Ergänzungen Stand:03.03.2013

   
© Will Berghoff 2013