Fleischmann WR4ü-35 Küchenseite

Fleischmann liefert seit 1999 ein Modell des WR4üe-35 in der DSG-Ep. IIIa-Version mit 2 unterschiedlichen Wagennummern (der hier abgebildete DSG 1130 in der "Gambrinus"-F-Zug-Packung). Eine Weitere Auflage der Zugpackung wurde 2006 über Märklin vertrieben. Die modernisierte DSG-Version wurde bisher noch nicht angeboten.

Fleischmann WR4ü-35 Gangseite

Der Wagen ist in der Ausführung der frühen 50er Jahre beschriftet ("Mitropa-Gelb") und lackiert (rubinrot). Die Fensterstege sind nicht rot lackiert, sondern gesilbert, die Küchenfenster nicht weiss hinterlegt (Milchglas bis zur Lüftungsklappe wäre korrekt).

Fleischmann WR4üe-35 SpeiseraumfensterFenster eines Salonwagens mit ZugluftschutzscheibeDie Fensterlüfter-Anordnung entspricht dem Lieferzustand. Die Metallisierung ist allerdings Unsinn. In der frühen Nachkriegszeit wurden die im Krieg verlorenen Lüftungslamellenanlagen in den Speiseraumfenstern nicht mehr ersetzt. Somit müsste der Wagen nur einteilige Speiseraumfenster ohne Lüftung aufweisen. An den Gangfenstern fehlt die Nachbildung der Griffstangen. Im unteren Bereich der Fenster fehlt die Nachbildung der Wolldeckenstreifen, die später durch eine zusätzliche, 20cm hohe Glasscheibe als Zugluft-Schutz ersetzt wurden.

Die Nachbildung der feinen Tischlampen ist nicht korrekt, da die DSG- und auch MITROPA-Lampen längliche Schirme hatten. Die Lage der Tischebene ist vorbildgerecht.

Nur die Griffstangen, Küchenlüfter und Esse sind eingesetzte Teile, alle anderen Details fein angeformt. Die Gitterrost-Trittbretter sind durchbrochen.

Fleischmann WR4ü-35 Kopfansicht

Fleischmann WR4ü-35 Dachansicht

 

Insgesamt ein schönes Modell, aber es besteht wenig Hoffnung, dieses in einer späteren DSG-Farb- und Beschriftungsausführung oder gar als DSG WRügh 1140 zu erhalten. Da ist Selbstbau angesagt.

 

 

Geschichte des Vorbildes:

1935 bestellte die MITROPA AG eine zweite Bauausführung des 42-plätzigen WUMAG-Standardspeisewagens mit insgesamt 60 Stück (1088-1147) bei WUMAG/Görlitz, die an die neu in Dienst gehenden "windschnittigen" Schnellzugwagen äusserlich angepasst wurde. Die Fahrzeuge konnten durch vollständige Verschweissung mit 51,6t deutlich leichter ausgeführt werden. Die Innenraumaufteilung und technische Ausstattung entsprach den Wagen der Bauart 1928 (1001-1087). Die Fahrzeuge erhielten Drehgestelle der Bauart "Görlitz III schwer", ab Wagen 1128 in der Ausführung mit 4. Federung.

Die DSG ließ die Wagen der Bauart 1935 zwischen 1958 und 1961 technisch überholen und an die Erfordernisse des modernisierten Betriebes anpassen.

 

  • Hierzu gehörte bei allen Wagen bis auf 1096 der Einbau von Gummiwulstübergängen anstelle der Faltenbälge an den Wagenenden,
  • Wagen 1140 erhielt 1966 eine Klimaanlage vom Typ KLIMADEÖ.
  • Zudem wurde der Wagenkasten in RAL 3004 (Purpurrot) statt des traditionellen RAL 3005 (Weinrot) der MITROPA und des später verwendeten RAL 3003 (Rubinrot) der DSG lackiert.

 

 

Nach der Übernahme der Wagen in das Eigentum der DB per 1.1.1966 wurden die Wagen fünstellig nummerriert (11 146 ff), zudem entfielen zeitgleich mit der Beschriftung nach UIC-Standard ab 1968 (51 80 88-40 146 ff, Einordnung als WRü(g)e151, Ausnahme: DSG 1130 und 1140 mit den Wagen der Bauart 39 als WRüge152) bei einigen Wagen noch die gelben Streifen und Aufschriften sowie das DSG-Signet und die typische Schrift. Die Ausrüstung einiger Wagem mit Drehgestellen der Bauart MD33 erfolgte nach 1968.


Alle Fotos: Will Berghoff

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© Will Berghoff 2013