Von Haus zu Haus - die pa-Behältertragwagen der Deutschen Bundesbahn

BTms55 Liliput mit Eoskrt
BTms55 Liliput mit Eoskrt

Bis in die 80er aus den Güterzügen der DB nicht wegzudenken - die vielen pa-Behälter auf Spezialwagen

Geschichte

Die ersten Transportgüter auf einer öffentlichen Eisenbahn in Deutschland waren Bierfässer, die 1835 auf dem Kohlentender der ADLER mitgeführt wurden. Seither hat wurden Güter möglichst in einer für sie geeigneten Verpackung verladen. Es lag nahe, diese Verpackung zu normieren und auch bisher nicht verpackte Produkte (Schüttgüter, Flüssigkeiten) in portable Verpackungen zu füllen und so aufwändige Umladeprozesse zu vereinfachen. Viele Bahnen haben dazu Systeme entwickelt. Die Niederlandieschen Eisenbahnen NS haben dazu in den 40ern der 20. Jahrhunderts ein System entwickelt, das schnell auch bei der Deutschen Bundesbahn Verbreitung fand - der pa-Behälter, ein rollbarer normierter Mittelcontainer mit dem einprägsamen Markennamen "von Haus zu Haus".

Zunächst wurden auf alten Güterwagenfahrgestellen der Verbands- und Austauschbauarten 3-ständige Tragwagen entwickelt, die später aus tariflichen Gründen paarweise gekuppelt als 6-ständige Einheit liefen. Zusätzlich wurden Rmmso33 zum  pa-Behältertransport als Behelf umgerüstet und auch Neubauten mit drei bis fünf Ständen beschafft.

Auch in den Programmen der Modellbahnhersteller hatte mindestens eine Pauart ihren festen Platz.

Von- Haus zu Haus-Verkehr Bildlink: Eisenbahnstiftung Johannes Schmidt
Von Haus zu Haus-Verkehr Bildlink: Eisenbahnstiftung Johannes Schmidt

In aller Regel wurden auf einem Wagen bzw. Wagenpaar nur einheitliche pa-Behälter verladen. Leerplätze waren nicht üblich, auch nicht der Transport unbeladener Wagen in Zügen.

Modelle:

TRIX EXPRESS/Rivarossi BTm50 (metall, ca 1963, 1:90) o. Abb.

Fleischmann BTms55 (metall, 1964, auch Bausatz, 1:82) o. Abb.

RÖWA/ROCO Lgjs598 (tatsächlich ein Großbehältertragwagen, ab 1970, Kunstoff, im Lauf der Zeit modifiziert) o. Abb.

Märklin BT10 (ca 1998, sehr leicht, Rahmen nicht durchbrochen, viele unterschiedliche Behälterbauarten)

Märklin BTs10
Märklin BT10 mit Ekrt

Fleischmann BTms33 (Behelfsbehältertragwagen aus Rungenwagen)

GFN BTms3 mit Eokrt
FLEISCHMANN BTms33 mit Eokrt

ROCO BTs50 (ca 1998, Mischbauweise, viele unterschiedliche Behälterbauarten, derzeit beste Wahl)

Roco Bts50
Roco Bts50 mit Ekrt

Liliput-Bachmann BTms55 (ab 2015)

BTms55 Liliput mit Eoskrt
BTms55 Liliput mit Eoskrt

BRAWA BTmms58 (ab 2016)

BRAWA BTmms58
BRAWA BTmms58 mit Ekrt

Krüger Messingschnellbausatz BTms55 (2 Wagen, ohne Behälter, ca 195€) o.Abb.

Es fehlen:

BT10 in einer zeitgemäßen Ausführung,

BTs30 (Fahrwerk vom Gms33)

BTs30-Wagen 010069 in Warburg. (06.1960) Foto: Reinhard Todt Bildlink: Eisenbahnstiftung Joachim Schmidt
BTs30-Wagen 010069 in Warburg. (06.1960) Foto: Reinhard Todt Bildlink: Eisenbahnstiftung Joachim Schmidt

BTms33 (abgerüsteter Rms33)

BTms33-Wagen 434054 in Grebenstein. (05.1965) Foto: Reinhard Todt Bildlink: Eisenbahnstiftung Joachim Schmidt
BTms33-Wagen 434054 in Grebenstein. (05.1965) Foto: Reinhard Todt Bildlink: Eisenbahnstiftung Joachim Schmidt

Pa-Behälter einzeln:

Artitec (ursprüngliche Prototyp-Ausführung - die NS ist der "System-Erfinder"!), abweichend von den DB-Typen, kompatibel zu ROCO und BREKINA

Weinert (sehr detaillierte Bausätze, teilw. leider Maßabweichungen)

TRIX (aus den 60ern, Mehrstückpackung unlackiert, erhabene Beschriftung)

BRAWA ab 2017

Übersicht über PA-Behälter im Modell bei www.modelbahnfrokler.de

 

Fotos, soweit nicht explizit Quelle angegeben Will Berghoff 2/2017

   
© Will Berghoff 2013