Eigentlich wäre es schön, eine Übersicht der Modelle aufzustellen - doch das lohnt nicht. Lediglich eine Liste der Wunschmodelle ist möglich, denn es fehlen fast alle Vorbilder als Modell.

Neben den vielen Länderbahn-Varianten, die es weitgehend nicht mehr zur Deutschen Bundesbahn geschafft haben, gab es etliche, in größerer Serie gebaute Wagen aus Preussen, Sachsen, Württemberg und Bayern, die noch bis in die 60er Jahre im Einsatz waren.

Pwg pr13 Nr. 118 641 , Hanau Hbf 2.62, Foto: Joachim Claus Fotolink: Eisenbahnstiftung Fleischmann 530006 Link: Eisenbahnkurier
Pwg pr13 Nr. 118 641 , Hanau Hbf 2.62,
Foto: Joachim Claus
Fotolink: Eisenbahnstiftung
Fleischmann 530006
Link: Eisenbahnkurier

Waren der klassische preussische Pwg pr14 und seine Vorgänger früher einmal als Standardmodell omnipräsent, sieht das heute am Markt schon anders aus. Die brauchbaren Ep. 3-Modelle von Fleischmann (Pwg pr13) sind nicht mehr im Katalog. Das BRAWA-Modell 49402 (Ep. IIIa) ist ungeeignet, da die Zugstreben am Holzaufbau nachlässigerweise fehlen und das Modell so nur für leichte Nebenbahnverkehre einsetzbar ist. In 2018 soll nun ein passendes Modell (allerdings Ep. IIIb) unter Kat. Nr. 49403 folgen. MÄRKLIN hat den Wagen in markentypischer Ausführung im Programm, bei Weinert gibt es hochklassige Messingbausätze. BRAWA bietet auch ähnliche Wagen nach früheren Musterblättern.

Selten sah man bei der DB sächsische Wagen, so den Pwg sa07, den Tillig in einer Ep.-II-Form anbietet. Den längeren Pwg sa10 gibt es als Modell nicht.

Liliput L235003 (Bildlink)

LILIPUT bot den häufigeren badischen Pwg bad21 in einer Ep. IIIb-Form an (L235003). Dieser Pwg kam durchaus überall im Land herum und war beim Personal wegen seiner guten Laufeigenschaften und dichten Wände beliebt. Die Ep. IIc-Version ist noch im Katalog, auch gealtert.

Der ebenfalls häufigere Pwg bay13 und 21 existiert als Modell nicht.

Pwg bay 13 nach Musterblatt 62, Foto: Joachim Claus 1960 Bildlink: Eisenbahnstiftung
Pwg bay 13 nach Musterblatt 62, Foto: Joachim Claus 1960 Bildlink: Eisenbahnstiftung

Die DRB hat erst kurz vor dem 2. Weltkrieg begonnen, eigene, moderne Pwg zu schaffen. Diese kamen als Pwgs-38 und -41 in vielen Varianten zur DB. Ein mäßiges Großserienmodell in Varianten bietet MÄRKLIN/TRIX, ein Messingbausatz ist bei Weinert erhältlich.

TRIX Pwgs-41 Fotolink: MIBA
TRIX Pwgs-41 Fotolink: MIBA
Pwgs-44 Foto: Bustorff (1954) Bildlink: Eisenbahnstiftung
Pwgs-44 Foto: Bustorff (1954) Bildlink: Eisenbahnstiftung

Als Kriegbauart entstand der Pwg-44 aus einem Kriegsgüterwagen. Dieses Vorbild bot Sachsenmodelle als Modell an, man findet diesen auch modelltechnisch nun schon betagten Wagen heute noch bei Roco, auch als Bausatz.

Die US-Amerikaner brachten mit der Invasion in 1944 auch eigene Bausätze nach Europa - der daraus entstandene Pwg-09 ist bei Tillig aus den einfachen, aber typgerechten Sachsenmodell-Formen erhältlich. Diese Wagen waren sehr ungeliebt und verschwanden bald nach der Übernahme durch die DB wieder aus dem normalen Betriebsdienst.

Tillig Pwg-09 Kat. Nr. 76607
Tillig Pwg-09 Kat. Nr. 76607

Die DB selbst entwickelte auf Basis der UIC-Einheitsgüterwagen aus dem Gmhs54 den Pwghs-54. Eine einzige Variante ist als damaliges Spitzenmodell seit den frühen 70ern von ADE/TRIX über RÖWA zu ROCO gelangt und wird in inzwischen stark vereinfachter Form weiterhin angeboten. Hier darf man wohl auf BRAWA hoffen?

Pwghs-54 (Prototyp) Foto: Bustorff (1956) Bildlink: Eisenbahnstiftung
Pwghs-54 (Prototyp) Foto: Bustorff (1956) Bildlink: Eisenbahnstiftung

Man sieht - auch bei den wichtigsten Wagen klaffen große Lücken.

1:100-Zeichnungen aus dem Archiv der DB finden sich auf www.modellbahnfrokler.de

   
© Will Berghoff 2013