Die Umbauwagen (3-Achser und 4-Achser) entstanden durch Verwendung altbrauchbarer Fahrwerksteile von Altwagen der Länderbahnzeit.

Zunächst wurden zwischen 1954 und 1960 insgesamt 6.580(!) 3-achsige Sitzwagen aus zwei- und dreiachsigen Personenwagen erstellt. Ab 1957 bis 1961 1.842 4-achsige Sitzwagen auf Basis alter Länderbahn-Schnellzugwagen gebaut.

Märklin/TRIX AB4yge mit Roco MD41

Diese "Umbauwagen" stellten ab Ende der 50er das Rückgrat des Personenzug- und Eilzugeinsatzes dar.

Informationen zu den 4yge: Friedhelm Schlender

Die Modellbahnindustrie hat schon mehrfach Modelle dieser Wagen angeboten.

Die 3-Achser waren stets bei allen großen Anbietern vorhanden. Aktuell sind Modelle von Fleischmann, Märklin&Trix und Roco verfügbar, wobei nur die Fleischmann-Modelle (nur Ep, IV und IIIa) aktuellen Ansprüchen gerecht werden können, aber eben in der wichtigsten Epoche IIIb erstaunlicherweise noch nicht angeboten werden.

Aktuelle Ergänzung (23.01.2014): BRAWA kündigt für das II. Quartal 2014 eine zeitgemäße Neukonstruktion an, die AB und B-Wagen mit MD41-Drehgestell, der DB mit Schwanenhals-Drehgestell (leider ohne Rollenlagern). Diese Wagen werden nun stetig in Beschriftungsvarianten aufgelegt und verkaufen sich offenbar wie geschnitten Brot...

Anders verlief das Angebot der 4-Achser. Zunächst gab es einen Bausatz von Airfix aus GB, dann typisch verkleinerte Wagen von TRIX (Fertigung Ade, wie auch deren 3-Achser in 1:90, hochdetailliert mit Inneneinrichtung). Willy Ade kündigte für RÖWA diese Wagen als Supermodelle an, ging dann aber in Konkurs. Roco bot ab 1975 die heute noch erhältlichen Modelle an, die nun etwas grob wirken und Fehler am Rahmen und Aufbau sowie bei den Fenstern haben. Märklin zog nach, ebenso Fleischmann. Wirklich gut ist keines der Modelle.

Als bester Kompromiß gilt momentan das Märklin/Trix-Modell. Es wird in der "Display"-Konfektionierung immer mal wieder mit mehreren Wagennumern angeboten. Ich habe das Angebot von TRIX (mit durchgängig preuss. Drehgestellen bei falschen Abmessungen) aus 2008 genutzt, aktuell bietet Märklin die Wagen mit (falschen, verkürzten) MD-Drehgestellen an. In einer Wagenpackung erschien 2014 ein Wagen mit neuem Fahrgestell und fast maßstäblichen Puffern.

Bei allen Märklin/TRIX-Wagen müssen also die Drehgestelle getauscht werden. Leider sind korrekte Drehgestelle kaum verfügbar und der Umbau je nach Hersteller der Austausch-Drehgestelle nicht einfach.

  • "Schwanenhals"-Drehgestelle gibt es in guter Ausführung von BRAWA (Preussen, poln. Hechte) und von Märklin/Trix (Hechtwagen), leider aber nirgendwo mit Rollenlagern. Die Märklin/TRIX-Drehgestelle haben etwas abweichende Lager, ich habe es nicht probiert. Die Brawa Schwanenhals Drehgestell GleitlagerBRAWA-Drehgestelle 2440.50.21 (ohne Achsen) sind relativ einfach unterzubauen, da man die alten Märklin/TRIX-Stege nur aus dem alten Drehgestell schneiden muss, an beiden Enden ca 1mm gekürzt und unten um 0,5mm "tiefergelegt" einfach aufkleben kann. Da die Gleitlager abnehmbar sind, können sie leicht gegen geeignete Rollenlager ausgetauscht werden. Ich habe nur noch keine "geeigneten" Rollenlager gefunden. Die Wagen haben 2 Kleinspannungsanlagen, daher trägt jedes Drehgestellt eine 24V-Lichtmaschine (BRAWA 2440.50.22). Als Räder setze ich RP25 Fine Scale von Luck ein (24mm, im Foto noch Original BRAWA).
  • Preuss. Regeldrehgestelle von Brawa (pr. Packwagen, Abteilwagen, Nr. 45250.50.41 und Fleischmann, leider nur Gleitlager. Ich warte auf die Lieferung von BRAWA.
  • MD-41 (tiefangelenkt) - meines Wissens nur vom Roco 4yge als Ersatzteil verfügbar - für AB4yge Pflicht!
    Inzwischen habe ich von PIKO MD-41 mit und ohne Lichtmaschien (Ersatzteil Nr. 53000-155 und 53000-156). Sie sind zwar einfach einteilig (mit angesetzter silberner Lichtmaschien)konstruiert, aber nicht schlecht und gut verfügbar.Roco MD41

Für meinen Probeumbau des AB4yge habe die Drehgestelle meines 1975er Roco AB4yge übernommen, mit Luck-RP25-Radsätzen ausgestattet und mit Hilfe von jeweils einer passenden Belegscheibe, die in das Drehgestelllager des Wagens geklebt wurde, eingesetzt. Die kleinen Stützzapfen für die 3-Punktlagerung an den Roco-Drehgestellen müssen entfernt werden. Noch nicht angebracht habe ich die zusätzlichen Auflagen am Fahrzeugrahmen, die bei Verwendung der MD41 notwendig waren und nur bei Roco, da aber an allen Wagentypen, angebracht waren.

Sinnvolle Arbeiten am Modell sind auch:

  • Austausch der verkürzten, gekappten Puffer gegen korrekte Puffer (www.luck-feinmechanik.de)
  • Austauch der NEM-Räder gegen RP25 oder Fine Scale (Luck, Weinert)
  • Austausch der Einstiegstritte gegen Weinert-Tritte
  • Lackierung der Inneneinrichtung (1. Klasse Sitze mittelgrau, Wände helles Holz, 2. Klasse Sitze mittelbraun, Wändehell grau wie Resopal)
  • Anbringen von Gepäckablagen über den Sitzen
  • Anbringen des Handbremsrades im Mitteleinstiegsraum
  • Anbringen des Fallrohres unter dem Abort
   
© Will Berghoff 2013